Hamburg im 18. Jahrhundert.


Berühmte Vorgänger, namhafte Zeitgenossen

Hamburg hatte es schon frühzeitig verstanden, bedeutende Musiker an sich zu binden. Etwa Thomas Selle (ab 1641 Kantor und Musikdirektor am Dom) oder Matthias Weckmann (ab 1655 als Organist an St. Jacobi und Gründer des Collegium musicum). Sieben Jahre, von 1675 bis 1682, lebte auch Johann Theile in Hamburg, mit dessen Oper „Adam und Eva“ am 2. Januar 1678 das Hamburger Opernhaus eröffnet wurde, Deutschlands erste bürgerliche Oper.

Als Organisten wirkten in Hamburg, als Telemann hier eintraf, zwei der bedeutendsten Vertreter der norddeutschen Orgelschule: Johann Adam Reinken (an St. Katharinen) und Vincent Lübeck (an St. Nikolai). Auch berühmte Instrumentenbauer zog es in die Hansestadt - unter anderen Arp Schnitger, Schöpfer der großen Orgel an St. Jacobi.

Die Stadt ließ sich die Musik etwas kosten. So leistete sich Hamburg schon im 17. Jahrhundert acht städtisch besoldete Ratsmusikanten und verfügte insgesamt über 25 organisierte Musiker. So gut war ihr Ruf, dass sie gelegentlich auch ausgeliehen wurden, so an den Hof von Schwerin und Kopenhagen.

Telemann hatte in Hamburg das ungewöhnliche Glück, auf eine Generation fähiger, schöpferischer Menschen des politischen, wissenschaftlichen und künstlerischen Lebens zu treffen, darunter Komponisten wie Johann Mattheson, Literaten wie Barthold Heinrich Brockes und die Mitglieder der 1. Patriotischen Gesellschaft von 1724.